Warum Banken eigene Formulare wollen
Eine Bank haftet, wenn sie jemanden Geld abheben lässt, der dazu nicht berechtigt war. Deshalb prüft sie Vollmachten streng: Ist die Unterschrift echt? Ist die Vollmacht noch gültig? Deckt sie genau dieses Geschäft ab? Bei einem selbst geschriebenen Dokument oder einem allgemeinen Vordruck dauert diese Prüfung, und am Schalter heißt es dann gern: „Das muss erst die Rechtsabteilung sehen.“
Mit einer Bankvollmacht auf dem Formular der Bank entfällt das. Die Bank kennt ihren Vordruck, die Unterschrift wurde meist vor Ort geleistet, die Vollmacht ist im System hinterlegt. Die Bevollmächtigte kann sofort handeln, auch wenn die Vorsorgevollmacht gerade zu Hause im Ordner liegt.
Deshalb mein Rat aus vielen Gesprächen: beides. Die Vorsorgevollmacht als umfassendes Dokument, die Bankvollmacht als praktische Abkürzung bei jeder Bank, bei der du ein Konto hast.
Was ist mit Depot, Girokonto und Geldanlagen?
Depot, Tagesgeld, Bausparvertrag, Lebensversicherung: Das alles fällt unter Vermögens- und Bankangelegenheiten und ist von einer umfassenden Vorsorgevollmacht erfasst. Praktisch wird es ohne bankeigene Vollmacht aber mühsam, und bei Depots besonders. Wertpapiere verkaufen oder umschichten verlangt in der Regel eine ausdrückliche Befugnis.
Prüfe deshalb für jedes Institut einzeln: Gibt es dort eine Vollmacht? Gilt sie auch für das Depot? Gilt sie über den Tod hinaus? Und: Weiß die bevollmächtigte Person überhaupt, dass es dieses Konto gibt? Eine Kontenübersicht im Notfallordner beantwortet die letzte Frage.
