Industrie 4.0

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Standardisierte Unternehmensübergreifende Wertstom Management Methode (ISO NORM 22468)

Bei Lieferantennetzwerken (SCN) bzw. unternehmensübergreifenden B-2-B Wertschöpfungsketten treten Ineffizienzen üblicherweise an den Schnittstellen zwischen den Unternehmen zutage. Verschwendung tritt an Unternehmensgrenzen aber oftmals auch bereits an Abteilungsübergängen innerhalb von großen Organisationen auf. Für die Analyse der Wertschöpfung standen bisher nur unzureichende Methoden zur Verfügung. In der Literatur ist eine Vielzahl an grundlegenden Wertstromansätzen, Abwandlungen und Weiterentwicklungen verfügbar, welche Vorgaben bezüglich Symbolik, Datenkästen, Prozessgrößen und Berechnungen beinhalten. Diese sind vielfältig, mitunter jedoch prozessspezifisch, und sich auch teilweise widersprechend. Insbesondere komplexe, global verteilte Wertschöpfungsstrukturen erfordern eine einheitliche Vorgehensweise für die Modellierung von Wertströmen.

Mit der ISO Norm 22468 wurde erstmals ein Vorschlag für einen international anerkannten Standard zur Darstellung des Wertstroms (engl.: Value Stream Management, VSM) vorgelegt, der zur Analyse aller wertschöpfenden Prozesse geeignet ist.

Aufbauend auf dem einheitlichen Wertstromverständnis wird eine mehrstufige Vorgehensweise für die Visualisierung, Analyse und kontinuierliche Verbesserung von unternehmensübergreifenden Produkt- und Informationsflüssen auf vier unterschiedlichen Wertstromebenen vorgeschlagen. Die Vereinheitlichung der Wertstrommethode durch die ISO Norm 22468 ermöglicht die Analyse, Kommunikation und Optimierung der Wertschöpfung über Unternehmensgrenzen hinweg, selbst in verschiedenen Wirtschaftssektoren. Diese ganzheitliche Vorgehensweise ermöglicht Verbesserungsmaßnahmen unternehmensübergreifend zu identifizieren, was schließlich zu einer Reduzierung bzw. Idealidealerweise zur Eliminierung von Verschwendung aus Endkundenperspektive führt.

Kreislaufwirtschaft von Thermoplasten (DIPLAST)

Die Branchen mit dem höchsten Kunststoffbedarf, wie die Verpackungsindustrie oder Bauwirtschaft, verwenden heutzutage noch immer zu wenig Polymer Rezyklate (pPM). Die Ursachen hierfür sind u.a. unklare Rezyklatqualität, instabiles Angebot, sowie geringes Bewusstsein. Das Projekt „Di-Plast“ untersucht in Deutschland, den Niederlanden und in Luxembourg exemplarisch die Produktkreisläufe ausgewählter Thermoplaste. In der Verpackungsindustrie und im Bausektor werden dieselben Kunststoffe (PE, PP, PS, PS-E, PS-E, PVC) eingesetzt, die mit dem gleichen Produktionsverfahren, der Extrusion, hergestellt werden. Dadurch sollen Synergien zwischen den Industriesektoren aufgezeigt werden. Mit Value Stream Management (VSM) werden die rPM-Prozesse in B-2-B Lieferketten analysiert. Mit geeigneten Sensoren werden Daten generiert die Informationen über Verfügbarkeit und Qualität der rPM eine stabilere rPM-Versorgung ermöglichen. Umweltbewertungen validieren die Nachhaltigkeit.

Leitz unterstützt Ingenieursaubildung im Herzen Europas

Die Schulung in Lean Manufacturing erfolgt jetzt im Rahmen ausgewählter Studiengänge an der Universität Luxemburg.
In einer von der Fa. Esselte unterstützten Fallstudie erstellen die Studenten eine komplette Montagelinie. Anhand der Montage von Leitz Lochern werden die Grundzüge der effizienten Fertigung praxisnah vermittelt. Unter der fachkundigen Anleitung von Prof. Peter Plapper erhalten die Studenten einen Einblick in die modernen Fertigungsmethoden. Sie erarbeiten sich dabei selbst, dass außer den Kenntnissen über die Montage auch logistisches und konstruktives Wissen in der Produktionsplanung erforderlich ist und lernen durch eigene Erfahrung, Verschwendung zu erkennen und diese zu vermeiden.
Diese Fallstudie wird von der Fa. Esselte unterstützt. Die Ingenieursaubildung an der Uni beinhaltet jetzt immer mehr aktuelle Beispiele aus der industriellen Praxis. Anstatt den Lernstoff im konventionellen Frontalunterricht zu hören, haben die Studenten vermehrt die Gelegenheit, sich den Stoff in einer studentenzentrierten Lerngruppe unter fachkundiger Anleitung selbst anzueignen.

Identifikation von Produktivitätspotentialen

Das INTERREG V A-Projekt „Produktivitätspilot für KMU der Großregion“ (PRODPILOT) verfolgt das Ziel, Unternehmen in der Großregion durch ausgewählte Prozessinnovationen bei der Analyse und Steigerung ihrer Produktivität zu begleiten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Unternehmen der Automobilzulieferindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau sowie der Umwelttechnologie und Logistik.

Der Wirtschaftsstandort der Großregion (Lothringen, Luxembourg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Wallonie) soll so nachhaltig gestärkt und insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) langfristig für den internationalen Wettbewerb gerüstet werden.

Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird quantifiziert hinsichtlich des Implementierungsgrads einerseits von Lean und andererseits betreffs Industrie 4.0. Für dieses Ziel werden jeweils spezifische Kenngrößen analysiert die in Gruppen strukturiert sind, wie bspw. Unternehmensstrategie, Prozessbeherrschung, Organisation, Methodeneinsatz, Mitarbeiter.

Basierend auf der jeweiligen Ausgangsituation der Unternehmen werden aussagekräftige Kennwerte ermittelt, anhand derer die Produktivität messbar gemacht werden kann. Darauf aufbauend werden maßgeschneiderte Pläne zur Produktivitätssteigerung erarbeitet, um Innovationspotenziale in der Produktion bestmöglich auszuschöpfen.

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